2. Der grundlegende Aufbau einer Wollfaser
Eine Wollfaser lässt sich vereinfacht in mehrere wichtige Bereiche unterteilen.
Dazu gehören insbesondere:
Die äußere Schutzschicht der Faser.
Der wichtigste innere Bereich der Wollfaser.
Ein zentraler Bereich, der bei manchen gröberen Tierhaaren vorkommen kann, bei feinen Wollfasern jedoch kein charakteristisches Merkmal darstellt.
Diese Unterschiede sind wichtig, weil Wollfasern je nach Herkunft und Qualität sehr unterschiedliche Eigenschaften besitzen können.
3. Die Cuticula: Die natürliche Schutzschicht
Die Oberfläche einer Wollfaser besteht aus vielen winzigen, überlappenden Schuppen.
Diese Schuppen bilden die sogenannte Cuticula.
Sie sind mit bloßem Auge nicht einzeln erkennbar.
Die Cuticula bildet eine natürliche äußere Schutzstruktur.
Sie beeinflusst unter anderem:
- die Reaktion der Faser auf Reibung,
- den Umgang mit Feuchtigkeit,
- die Oberflächenstruktur,
- die Widerstandsfähigkeit.
Genau diese besondere Oberflächenstruktur unterscheidet Wolle deutlich von vielen synthetischen Fasern.
4. Der Cortex: Das Innere der Wollfaser
Unterhalb der Cuticula befindet sich der Cortex.
Er bildet den wesentlichen inneren Bereich der Wollfaser.
Seine komplexe Proteinstruktur trägt wesentlich bei zu:
- Elastizität,
- Flexibilität,
- Festigkeit,
- Rückstellvermögen.
Diese Eigenschaften sind bei Teppichen besonders wichtig.
Ein Teppich wird ständig mechanisch belastet.
Die Florfasern werden immer wieder gebogen und zusammengedrückt.
Hochwertige Wolle kann solche wiederholten Belastungen erstaunlich gut verkraften.
Warum kann Wolle nach einer Belastung wieder in ihre ursprüngliche Form zurückkehren?
Die innere Struktur der Wolle besitzt natürliche elastische Eigenschaften.
Wird eine Faser gebogen oder zusammengedrückt, kann sie einen Teil ihrer ursprünglichen Form zurückgewinnen.
Diese natürliche Widerstandsfähigkeit ist ein wichtiger Grund dafür, dass hochwertige Wollteppiche über viele Jahrzehnte attraktiv und funktionstüchtig bleiben können.
5. Wolle und Elastizität
Elastizität gehört zu den wertvollsten Eigenschaften von Wolle.
Stellen Sie sich den Flor eines Perserteppichs unter einem schweren Möbelstück oder unter jahrzehntelanger Nutzung vor.
Wenn sich jede Faser nach einer Belastung dauerhaft verformen würde, wäre der Teppich sehr schnell abgenutzt.
Hochwertige Wolle verhält sich anders.
Ihre natürliche Struktur ermöglicht es den Fasern, sich zu biegen, zusammenzudrücken und teilweise wieder aufzurichten.
Das bedeutet jedoch nicht, dass Wolle unzerstörbar ist.
Dauerhafte Reibung, minderwertige Fasern, aggressive Reinigung und ungünstige Umweltbedingungen können auch Wolle dauerhaft schädigen.
6. Warum fühlt sich Wolle warm und angenehm an?
Wolle ist für ihre isolierenden Eigenschaften bekannt.
Der Grund liegt nicht allein in ihrer Dicke.
Die Struktur der Fasern kann kleine Lufträume einschließen.
Da Luft Wärme relativ schlecht leitet, tragen diese Zwischenräume zur Wärmedämmung bei.
Dadurch können Wollteppiche:
- im Winter angenehm warm wirken,
- sich weich unter den Füßen anfühlen,
- weniger kalt wirken als viele harte Bodenflächen.
7. Wolle und Feuchtigkeit
Eine der interessantesten Eigenschaften von Wolle ist ihr Umgang mit Feuchtigkeit.
Das bedeutet, dass sie Wasserdampf aus der Umgebung aufnehmen und wieder abgeben kann.
Das bedeutet jedoch keinesfalls, dass ein Wollteppich wasserfest ist.
Große Mengen Flüssigkeit können problematisch werden, wenn der Teppich nicht fachgerecht getrocknet wird.
Die Fähigkeit der Wolle, mit Luftfeuchtigkeit zu interagieren, gehört dennoch zu ihren natürlichen Eigenschaften.