Wie Sie einen Perserteppich richtig lagern
Vielleicht denken Sie, dass es ausreicht, den Teppich einfach aufzurollen und auf den Dachboden oder in den Keller zu legen. Leider sind Naturfasern wie Wolle, Seide und Baumwolle sehr empfindlich gegenüber ihrer Umgebung.

Perserteppiche sind weit mehr als nur Bodenbeläge; sie sind handgeknüpfte Kunstwerke, Familienerbstücke und wertvolle Investitionen. Egal, ob Sie umziehen, renovieren oder Ihre Teppiche nur für die Saison austauschen – zu wissen, wie man einen Perserteppich richtig lagert, ist von entscheidender Bedeutung. Ein Fehler bei der Lagerung kann zu irreversiblen Schäden durch Motten, Schimmel oder dauerhafte Falten führen.
Wir bei RugEast kennen und schätzen die Handwerkskunst, die in jedem einzelnen Knoten steckt. In diesem umfassenden Ratgeber zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie Ihren Orientteppich sicher vorbereiten, verpacken und aufbewahren.
Warum die richtige Lagerung von Orientteppichen so wichtig ist
Vielleicht denken Sie, dass es ausreicht, den Teppich einfach aufzurollen und auf den Dachboden oder in den Keller zu legen. Leider sind Naturfasern wie Wolle, Seide und Baumwolle sehr empfindlich gegenüber ihrer Umgebung.
Eine unsachgemäße Lagerung kann zu folgenden Problemen führen:
- Mottenbefall: Kleidermotten lieben dunkle, ungestörte Orte und fressen sich rasch durch die Wollfasern.
- Schimmel und Trockenfäule (Dry Rot): Schwankende Luftfeuchtigkeit kann Schimmelbildung verursachen oder das Grundgewebe des Teppichs spröde und rissig machen.
- Strukturelle Schäden: Wird ein Teppich gefaltet statt gerollt, können die empfindlichen Kett- und Schussfäden brechen.

Schritt-für-Schritt: Einen Perserteppich für die Lagerung vorbereiten
1. Gründliche Reinigung vor dem Einlagern
Lagern Sie niemals einen schmutzigen Teppich ein. Selbst mikroskopisch kleine Nahrungspartikel, Hautschuppen von Haustieren oder Staub können Schädlinge anlocken.
- Gründlich staubsaugen: Saugen Sie sowohl die Vorder- als auch die Rückseite des Teppichs ab, um losen Schmutz und Sand zu entfernen.
- Professionelle Wäsche: Für eine langfristige Lagerung empfehlen wir dringend, den Teppich professionell waschen zu lassen. Vermeiden Sie chemische Reinigungen; eine traditionelle Handwäsche mit Wasser und milder Seife ist für handgeknüpfte Teppiche am besten. Stellen Sie sicher, dass der Teppich zu 100 % trocken ist, bevor Sie fortfahren.
2. Perserteppiche vor Motten und Schädlingen schützen
Sobald der Teppich völlig sauber und trocken ist, muss er vor Schädlingen geschützt werden.
- Vermeiden Sie chemische Mottenkugeln direkt auf dem Teppich. Die aggressiven Chemikalien können der Wolle das natürliche Lanolin entziehen und einen schrecklichen Geruch hinterlassen.
- Verwenden Sie stattdessen ein sicheres, natürliches Insektenschutzmittel oder ein säurefreies Mottenspray speziell für Textilien. Zedernholzblöcke oder Lavendelsäckchen, die in der Nähe (aber nicht in direktem Kontakt mit den Fasern) platziert werden, sind ebenfalls hervorragende natürliche Abwehrmittel.
3. Den Teppich aufrollen (Nicht falten!)
Falten Sie einen Perserteppich niemals. Falten erzeugen scharfe Knicke, die das Fundament dehnen und die Fäden im Laufe der Zeit reißen lassen.
- Richtig rollen: Bestimmen Sie die Florrichtung (streichen Sie mit der Hand darüber; in einer Richtung fühlt es sich glatt an, in der anderen rau). Rollen Sie den Teppich gegen den Strich.
- Nach innen oder außen? Wenn der Teppich einen empfindlichen Seidenflor hat, rollen Sie ihn so, dass der Flor nach innen zeigt. Wenn das Fundament sehr steif ist, belastet es das Gewebe oft weniger, wenn der Flor nach außen zeigt.
- Gerade bleiben: Achten Sie darauf, dass die Kanten beim Rollen bündig bleiben. Bei sehr großen Teppichen empfiehlt es sich, diese um ein stabiles, säurefreies Papprohr zu wickeln, damit die Rolle in der Mitte nicht durchhängt oder knickt.
4. Die richtige Verpackung (Atmungsaktiv!)
Einer der häufigsten Fehler ist es, einen Wollteppich in dicke Plastikfolie einzuwickeln. Plastik schließt Feuchtigkeit ein, was zu Kondenswasser, Schimmel und Fäulnis führt.
- Verwenden Sie ein atmungsaktives Material. Tyvek-Papier, schwerer Musselinstoff oder einfache Baumwolltücher sind ideal.
- Wickeln Sie den gerollten Teppich vollständig ein und sichern Sie die Hülle mit Bindfaden oder einem Baumwollseil. Kleben Sie niemals Klebeband direkt auf den Teppich.

Das perfekte Klima: Temperatur und Luftfeuchtigkeit
Die Umgebung des Lagerorts ist genauso wichtig wie die Vorbereitung.
- Temperatur: Lagern Sie den Teppich in einem klimatisierten Raum, idealerweise zwischen 15°C und 20°C.
- Luftfeuchtigkeit: Halten Sie die Luftfeuchtigkeit stabil. Ist sie zu trocken, wird die Wolle brüchig. Ist sie zu hoch, wächst Schimmel. Eine relative Luftfeuchtigkeit von etwa 40-50 % ist optimal.
- Standort: Vermeiden Sie Dachböden (zu heiß) und Keller (zu feucht). Lagern Sie den Teppich erhöht über dem Boden, um ihn vor versehentlichen Wasserschäden zu schützen, und halten Sie ihn von direktem Sonnenlicht fern, damit die Farben nicht verblassen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Darf ich meinen Teppich in Plastikfolie einwickeln? Nein. Plastik verhindert, dass die Naturfasern atmen können. Temperaturschwankungen können zu Kondenswasserbildung im Inneren führen, was Schimmel und irreversible Fäulnis zur Folge hat. Verwenden Sie immer atmungsaktive Materialien wie Baumwolle oder Tyvek.
Wie lange kann ein Perserteppich gerollt bleiben? Wenn der Teppich richtig gereinigt, gegen Schädlinge behandelt und in atmungsaktiven Stoff gewickelt wurde, kann er mehrere Jahre gelagert werden. Wir empfehlen jedoch, ihn alle 12 bis 18 Monate zu überprüfen.
Muss ich den Teppich während der Lagerung ab und zu ausrollen? Ja, es ist die beste Vorgehensweise, den Teppich einmal im Jahr auszurollen. So können Sie ihn auf Anzeichen von Mottenaktivität untersuchen, die Fasern atmen lassen und sicherstellen, dass keine Feuchtigkeit in die Verpackung eingedrungen ist.
