Rugeast
Since 1921
Kerman Perserteppiche aus der großen Teppichstadt Kerman im Südosten Irans bezaubern mit ungewöhnlich weichen Pastellfarben, fließenden floralen Mustern und einer anmutigen, fast malerischen Eleganz — ideal für helle, hochwertige Wohnräume.

















































Entdecken Sie die Faszination der Kerman Teppiche: feine Handknüpfkunst, ein unvergleichlich reiches Farbspektrum und ikonische Muster – von historischen Gebetsteppichen bis hin zu meisterhaften, detailreichen Bildteppichen. Die Oase Kerman, tief im Südosten Irans gelegen, gilt seit Jahrhunderten als Wiege textiler Kunstwerke, die für ihre florale Eleganz und extreme Langlebigkeit weltweit geschätzt werden. Unten finden Sie Herkunft, Geschichte, Färbung, Design, Technik, Maße & berühmte Designer – plus Tipps, wo Kerman-Teppiche zu Hause besonders gut wirken.
Die Provinz Kerman grenzt im Norden an Chorasan, im Osten an Belutschistan, im Westen an Yazd & Fars und im Süden an Hormozgan. Diese isolierte Lage inmitten von Wüstenlandschaften führte dazu, dass sich die lokalen Handwerkstraditionen über Jahrhunderte hinweg ungestört von äußeren Einflüssen entwickeln konnten. In vorislamischer Zeit als Buniya und Karamania bekannt; das historische Zentrum hieß Gwashir/Bardshir, in sassanidischer Zeit lag es in Sirjan. Einer Überlieferung zufolge wurde Kerman im 3. Jh. n. Chr. auf Befehl von Ardeschir I. gegründet.
Etymologie (Fereydoun Joneydi): Ker (Berg) + -man (Ort) → "Gebirgsregion" – passend zur Topografie von Stadt und Provinz. Die raue Bergwelt lieferte paradoxerweise die Inspiration für die paradiesischen, blumenreichen Gartenmotive der Teppiche.
Webkunst prägte Kerman seit jeher. Arabische Geografen erwähnen Rug- und Filzherstellung; Marco Polo berichtet von Textilien aus Seide & Gold mit Vogel-/Tiermotiven. In der Safawidenzeit erlangte Kerman Berühmtheit für luxuriöse Seiden und herausragende Teppichwerkstätten (u. a. Alam Ara-ye Abbasi). Jean Chardin nannte Kerman eines der aktivsten Webzentren; die aufwendigen "Vasenteppiche" gelten als Markenzeichen der Epoche.
Trotz Zerstörungen nach 1732 blieb die Fertigkeit erhalten; im 18./frühen 19. Jh. setzten meisterhafte signierte Teppiche neue Maßstäbe für Sammler weltweit. Später halfen Tabrizer Kaufleute beim Wiederaufschwung; internationale Firmen (z. B. OCM, Castelli, Otto Brandly) wirkten mit. In den 1920ern gingen bis zu 90 % der Kerman-Teppiche in die USA.
Bis kurz nach dem Zweiten Weltkrieg nutzte man ausschließlich Naturfarben; heute dominieren stabile chemische Farbstoffe, teils in Kombination. Kermans Färber sind für Vielfalt bekannt: meist 15–30 Nuancen pro Teppich – häufige Töne sind Rot & Rosa (traditionell aus Cochenille und Henna). Ein Revival natürlich gefärbter Wolle entsteht in spezialisierten Werkstätten (Kerman, Ravar, Rafsandschan).
Mehr erfahren: Persische Teppiche
Die Muster von Kerman-Teppichen gehören zu den facettenreichsten in der gesamten Welt der Orientteppiche. Besonders berühmt ist das klassische Medaillon-Design (Lachak-Toranj), das oft von einem extrem dichten, fast unendlichen Meer aus Blumen, Ranken und Blättern umgeben ist. Typisch für Kerman ist auch das sogenannte Ghab-Ghorani (Koran-Cover-Muster) sowie das filigrane Boteh-Jegheh-Motiv.
Eine Sonderstellung nehmen die detailreichen figürlichen Arbeiten und Lebensbaummotive ein. Viele dieser meisterhaften Stücke erzählen komplexe Mythen oder zeigen historische Könige und Herrscher. Falls Sie von der Symmetrie und den traditionellen Layouts fasziniert sind, bietet unsere Kollektion an Traditional Rugs eine exquisite Auswahl an zeitlosen Klassikern für Ihr Zuhause.
Kermans Textil- & Teppichtradition reicht weit zurück; zur Regierungszeit Schah Abbas I. florierten Schal- und Brokatweberei. Obwohl die ältesten erhaltenen Kerman-Teppiche ca. 400 Jahre alt sind, deuten Muster & Techniken auf eine über tausendjährige Kontinuität hin. Gegen Ende des 19. Jh. gründeten britische, italienische und amerikanische Firmen Werkstätten für den Westen (u. a. OCM, Castelli). Weltkriegs- und Wirtschaftskrisen bremsten die Branche; in den 1930ern stärkte die Iranische Teppichgesellschaft in Ravar erneut die Produktion.
Ein unumstrittenes Highlight der Region sind die Teppiche aus der Kleinstadt Ravar (oft auch Laver genannt), die nördlich von Kerman liegt. Ein echter Ravar-Teppich zeichnet sich durch eine noch feinere Knüpfung, eine extrem klare Musterzeichnung und eine besonders weiche, glänzende Wolle aus. Diese Stücke gelten unter Experten als die elegantesten Kerman-Kreationen überhaupt. Wer nach wertvollen Textilkunstwerken mit historischem Seltenheitswert sucht, wird in unserem sorgfältig kuratierten Portfolio an Antike Teppiche fündig, die sich ideal als prestigeträchtige Wertanlage eignen.
Castelli (Istanbul/Täbris/New York) eröffnete 1909 eine Filiale in Kerman; weitere britische und US-Importeure folgten, belebten das Handwerk nachhaltig und passten die Designs gezielt an die anspruchsvollen Anforderungen der westlichen Wohnkultur an. Die Einführung neuer, pastelliger Farbpaletten für den amerikanischen Markt (wie Aubergine, Elfenbein und zartes Lindgrün) prägte diese Ära entscheidend.
Obwohl Kerman-Teppiche oft barock und opulent wirken, harmonieren sie hervorragend mit modernen Wohnstilen. Ein großformatiges Kerman-Kunstwerk mit hellem Fond kann in einem minimalistisch eingerichteten Loft als lebendiger, edler Kontrast dienen. Die weiche, elastische Kerman-Wolle sorgt zudem für ein hervorragendes Raumklima und eine angenehme Akustik.
Haben Sie Fragen zur idealen Größe oder suchen Sie ein bestimmtes Ravar-Muster für Ihr Zuhause? Rufen Sie unser Expertenteam direkt an – wir beraten Sie gerne unverbindlich: